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Die Kirche auf der Hallig Langeneß


Geschichte

Um 1658 wurde auf einer inzwischen untergegangenen Warft nordöstlich der heutigen Kirchwarf eine Predigtstätte errichtet, in der Studenten der Theologie predigten. Um 1666 wurde das Langenesser Schulhaus, das wahrscheinlich schon auf der heutigen Kirchwarf lag, in eine Kirche umgewandelt. Von der Kirchweihe an amtierte auf Langeneß ein ordinierter Pastor. 1725 wurde eine neue Kirche auf der Kirchwarf erbaut. 1894 wurde das jetzige Gebäude auf den Fundamenten des Vorgängerbaus errichtet. Das östliche Drittel des Innenraums wurde durch eine Querwand abgeteilt und als Schule eingerichtet. 1975 wurde das Gebäude innen umgestaltet: Der frühere Schulteil - die Schule hat in den 60er Jahren neue Gebäude im Osten der Kirchwarf erhalten - wurde zu einem zweistöckigen Gemeindeteil umgewandelt.

Unsere Kirche führt auch die Tradition der Hallig Nordmarsch fort. 1599 wurde für Nordmarsch - der westliche Teil der heutigen Hallig Nordmarsch-Langeneß - eine Kirche gebaut. Sie lag ca. 1 km westlich der heutigen Halligkante auf einer mittlerweile untergegangenen Warft. 1684 wurde an gleicher Stelle ein Neubau errichtet, der 1732 durch einen weiteren Neubau auf der heutigen Kirchhofswarf ersetzt wurde. Dieser Bau wurde bei der Sturmflut 1825 schwer beschädigt und notdürftig wieder hergerichtet. Schließlich wurde er 1838 abgebrochen, während gleichzeitig die Kirchengemeinde Nordmarsch mit der von Langeneß vereinigt wurde. Der Nordmarscher Friedhof auf der Kirchhofswarf besteht bis heute.

Die Geschichte von Langeneß, Nordmarsch und Butwehl (zur Teilhallig Butwehl gehören einige Warften südlich und südwestlich der Kirchwarf) bis zu den großen Sturmfluten von 1362 und 1634 ist weniger deutlich: Vor 1362 war das Gebiet der heutigen Hallig Nordmarsch-Langeneß Teil des alten "Strandes", einer mehr oder weniger zerklüfteten Marschlandschaft, die sich zwischen dem Geestrücken im Osten und dem offenen Meer im Westen erstreckte. Damals gab es auf dem "Strand" zahlreiche Kirchspiele. Etwa 3 km westlich der heutigen Halligkante stand vor 1362 die erste Nordmarscher Kirche; etwa 1 km nordöstlich der heutigen Langenesser Kirchwarf vielleicht schon die erste Langenesser Kirche, weitere 2 km nordöstlich die Kirche von Ivenbol. Bei der großen Flut 1362 sind diese Kirchen wie viele andere untergegangen; der "Strand" in seiner bisherigen Form wurde zerstört. Die heutigen Halligen entstanden danach aus neuen Auflandungen durch veränderte Strömungsverhältnisse auf dem Boden des alten Kulturlandes. Bis Langeneß und Nordmarsch dann im 17. Jh. wieder eigene Kirchengemeinden bildeten, waren die Nordmarscher nach Föhr, die Langenesser nach Oland und die Butwehler nach Gröde eingepfarrt.
Der gemalte Flügelaltar wurde 1670 von zwei Langenesser Schiffern gestiftet, die 1666 die Verhandlungen zur Einrichtung der Pfarrstelle für Langeneß geführt hatten. Im Mittelfeld finden sich zwei Darstellungen übereinander angeordnet: oben die Kreuzigung Jesu, unten das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Auf den Innenseiten der Flügel sind die vier Evangelisten abgebildet, auf den Außenseiten, sichtbar bei geschlossenem Altar, Jesus und Petrus.

Die Kirchengemeinde Langeneß-Nordmarsch hat heute rund 100 Gemeindeglieder. Seit 1969 ist der Langenesser Pastor auch für die Hallig-Kirchengemeinden Oland und Gröde zuständig (22 bzw. 17 Gemeindeglieder).




Kirche von Langeness auf der Kirchwarf

Quellen

  • Ernst Sauermann, Die Kunstdenkmäler der Provinz
  • Schleswig-Holstein, Kreis Husum, Berlin 1939
  • Jens Lorenzen, Die Hallig Nordmarsch - Langeneß in alten Bildern, Hamburg 2. Aufl. 1989
  • Georg Quedens, Inselkirchen, Breklum 1980
  • Theodor Voigt, Die zehn Halligen, Elskop 19. Aufl. 1993
  • Wolfgang Teuchert, Taufen in Schleswig-Holstein, Heide in Holstein 1986
  • Frühere Faltblätter zur Langenesser Kirche von Pastor i.R. Erik Wilkens