Willkommen
       auf den Halligen
      Langeneß und Oland
Hallig Oland
Startseite Geschichte Anreise Vermietung Infos Lexikon Gästebuch WebCam
Impressum Kontakt

Museen auf der Hallig Langeneß




Kapitän Tadsen Museum auf der Ketelswarf

Kapitän Tadsen Museum auf der Ketelswarf
Kapitän Tadsen Museum auf der Ketelswarf


Das KAPITÄN TADSEN MUSEUM auf der Hallig Langeneß ist ein Original erhaltenes Hallighaus, dessen Grundstein im Jahre 1741 gelegt wurde. Neben Döns, Pesel und Kellerstube gibt es eine Speisekammer, eine Küche, einen Keller und einen Stall. Diese Räume sind mit Gegenständen und Gerät aus dem 18. Jahrhundert möbliert, die zum größten Teil aus dem Haus selbst stammen.

In seiner Einmaligkeit dokumentiert das Kapitänshaus das Halligleben vor 260 Jahren ganz besonders umfassend. Seine einst kostbare Ausstattung belegen noch heute die Decken- und Wandmalereien sowie mehr als 1600 holländische Fliesen mit biblischen Motiven aus dem alten Testament, die die Wände im KAPITÄN TADSEN MUSEUM schmücken. Zwei in der Bundesrepublik einmalige Fliesenpilaster neben dem Bileggerofen bestehen aus 13 Fliesen. Über dem Ofen befindet sich ein Fliesentableau mit einer Segelschiffsdarstellung.

Neben den erwähnten Kostbarkeiten spricht auch die Größe des Hallighauses für den Reichtum des damaligen Besitzers. Tade Volkerts, Kapitän in holländischen Diensten, ließ 1741 das Haus erbauen. 1825 zerstörte eine Sturmflut einen großen Teil des Gebäudes, des aber im selben Jahr wieder aufgebaut wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde das Haus auch erweitert. Bis 1981 bewohnten Nachkommen des Kapitäns das Haus. In dreijähriger Bauzeit wurde das Gebäude in sorgfältigster Weise restauriert, bis es im Jahre 1987 als Museum eröffnet werden konnte.
Zum Verständnis des Halliglebens gehört ein Besuch des KAPITÄN TADSEN MUSEUMS AUF DER Hallig Langeneß dazu.






Fünfmastvollschiff "Preußen"

Kapitän Tadsen Museum auf der Ketelswarf
"Königin der See" Fünfmast-Vollschiff "Preußen"


Der 7. Mai 1902 ist für die Schiffswerft John. C. Tecklenborg in Geestemünde ein denkwürdiger Tag. Das erste und auch einzige Fünfmastvollschiff der Welt, die "Preußen" , lief für die Reederei Laeizz vom Stapel. Sie repräsentierte die Kunst des Großseglerbaues in seiner vollendetsten Form. 8000 t konnte die "Preußen" laden, an Land wäre dazu ein Güterzug mit 520 Waggons nötig, und ihre 5560 qm Segelfläche, getragen von 5 Masten, deren größter 68 m hoch war, ließen sie mit einer Geschwin-digkeit von bis zu 17 km durch die Meere rauschen. Das Schiff hatte eine Länge von 133,30 m.
Fast alle Schiffsnamen der Hamburger Reederei Ferdinand Laeizz begannen mit einem "P". Die legendären "Flying P-Liner" waren stählerne Salpeter-Segler die alle Rekorde brachen!
Salpeter war ein begehrter Artikel, in erster Linie für die Landwirtschaft, aber auch für die Herstellung von Explosivstoffen. Der Panama-Kanal wurde erst am 15.8.1914 eröffnet. Beide Faktoren bildeten ideale Bedingungen für die großen Frachtsegler, die sich in der Salpeterfahrt nach Chile, zur "Westküste" wie man sagte, als äußerst wirtschaftlich erwiesen und den Dampfern überlegen waren! Für diese war Kohle ein gravierender Kostenfaktor.
Geführt wurde die "Preußen" von dem Halligmann Kapitän Boye Richard Petersen. Er wurde am 16.1.1869 auf der Hallig Langeneß, Tamenswarf, geboren und zog in seinem 6. Lebensjahr mit seinen Eltern zur Hallig Gröde auf die Knutswarf. Auf der Kirchwarf ging er zur Schule und wurde mit 5 anderen Kindern von dem dortigen Pastor unterrichtet.
Seine seemännische Laufbahn begann er auf dem kleinen Englandfahrer, der Kuff "Tetta Margaretha" von Föhr. Sein späterer Lehrmeister war der berühmte Kapitän Hilgendorf von der Reederei Laeizz. Bereits mit 27 Jahren erhielt Boy Petersen als junger Kapitän sein erstes selbst-ändiges Kommando auf der eisernen Bark "Pestalozzi".
Kapitän Petersen war 33 Jahre alt, als er das Kommando auf der "Preußen", dem größten und schnellsten Rahsegler der jemals die Ozeane befuhr, antrat. 10 schnelle und erfolgreiche Reisen zu den Salpeterhäfen der Westküste und einmal um die Welt ist Boye Petersen mit der "Preußen" gesegelt und hat dabei 21 mal das Kap Horn umrundet.

Besuchen Sie die "Preußen" Ausstellung im "Gertsen-Haus", einem alten Seefahr-erhaus von 1725 auf der Ketelswarf. Frau Käte Gertsen. Geb. Petersen stammt von der Hallig Gröde und ist eine Nichte von Kapitän Boye Richard Petersen.







Herstellung des Salzes
Salzgewinnung in Nordfriesland


Noch in der Bronze- und Eisenzeit bot sich das heutige Gebiet der Nordfriesischen Wattenmeerküste als abflußarmes Schwemmland mit großflächigen Mooren, Buchenwäldern, Schilf- und Wasserflächen dar. Infolge des rapide ansteigenden Meeresspiegels wurden auch die zum Teil hochliegenden Moore vom Nordseewasser überflutet und immer häufiger vom Salzwasser durchtränkt. Die Moore starben ab. Der Torf nahm das Seesalz auf und speicherte es ab. Nach zahlreichen Überflutungen begruben 0,5 m dicke Meeresablagerungen die Moore unter sich. Salzwiesen entstanden.
Im 8. und 10. Jahrhundert nach Christus besiedelten die Friesen das Gebiet. Sie haben wohl bei Entwässerungsarbeiten, Warf- und Deichbau festgestellt, daß unter ihren Weiden brennbarer Torf von ca. 1m Mächtigkeit lag. Er wurde als Heizmaterial genutzt; seit dem 11. Jahrhundert gewannen die Friesen auch Salz daraus. Das "Weiße Gold" war als Handelsware begehrt, ermöglichte es doch verderbliche Lebensmittel haltbar zu machen. Insbesondere der Fischreichtum der Nordsee konnte so viel besser genutzt werden.
Zu Beginn des Sommers hoben die Männer eine länglich Grube aus. An ihrem Rand stachen Sie mit ihren Spaten eine lange Erdscholle ab. Die ca. 5 Tonnen schwere Scholle wurde dann in die Grube gekippt. Nun lag der Salztorf frei, wurde abgegraben, getrocknet und anschließend verbrannt.
Die Salzasche wurde in Filteranlagen (Küppen) gefüllt und mit Salzwasser übergossen. Das langsam durchsickernde Wasser nahm das in der Asche enthaltene Salz auf; es entstand eine starke Salzlösung (Lake oder Pekel). Die klare Salzlake wurde in die Siedepfanne gefüllt, welche mit Süßwassertorf aus Jütland beheizt wurde. Das Wasser verdampfte und das kostbare Salz blieb übrig. Es wurde in Fässer mit je 140 kg Fassungsvermögen abgefüllt. Um 420 kg Salz zu gewinnen, wurden ca. 1.150 kg trockener Torf zum Brennen benötigt. 1 kg Salztorf wurde von 250 g Salzasche verbrannt, woraus 110g Salz gesotten wurde. Das entspricht einem Ertrag von ca 11 %. Ab den 18. Jahrhundert kam der friesische Salzhandel zum Erliegen.