Die Bockmühle auf der Ketelswarf

Von der Stiftung Nordfriesische Halligen finanziert und von Johann Paysen aus Dagebüll erbaut, konnte im August 1995 ein Nachbau der "Peter Hansen Bockmühle" vor dem Kapitän Tadsen Museum auf der Ketelswarf gerichtet werden. Früher gab es fast auf jeder Hallig mehrere Bockmühlen, die aber in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts alles verschwunden sind. Als letzte Mühle von den Halligen kam die kleine Bockmühle von der Hallig Langeneß im Jahre 1953 zum Wyker Museum.

Damals reiste Museumsveranstalter Arthur Sönnichsen von Wyk zur Hallig hinüber, um diese letzte Bockmühle Nordfrieslands zu vermessen. Er beabsichtigte, für das Museum zumindest ein Modell des kleinen Bauwerks anzufertigen. Der Besitzer der Mühle, Peter Hansen von der Warf Norderhörn, war gerade in Begriff, die Mühle abzubrechen, um sich daraus einen Bienenstand zu zimmern. Hansen war sofort einverstanden, die Mühle dem Museum zu vermachen. Sönnichsen nahm die Bestandteile mit nach Föhr und baute Sie im Garten des Friesenmuseums wieder auf, wo im September 1953 in Anwesenheit des Mühlenbauers Peter Hansen Richtfest gefeiert werden konnte. Der "Insel Bote" berichtete damals über dieses Ereignis: "Der alte Halliggeselle des Windes aber steht nun hier bei uns, und wenn er will, kann er seine Flügel noch drehen, denn es hat auf der Hallig ganz andere Windstärken erlebt als hier im Schutze der alten Museumsmauern".

Der Halligbauer Peter Hansen hatte die Mühle im Jahre 1926 auf Norderhörn erbaut. Die Initiative ergriff seine Frau, denn die war des mühsamen Handquernbetriebes überdrüssig und veranlaßte Ihren Mann daher, die kleine Mühle zu errichten. Sämtliche Teile des Bauwerkes fertigte Peter Hansen selbst an, von den Gehäuse und dem Triebwerk mit den hölzernen Zahnrädern bis zu den Flügeln und dem Street. In der rund 3 Meter hohen Mühle, die Hansen im Osten der Warf erbaute, konnten bei gutem Wind bis zu 5 Zentner Korn verarbeitet werden. In erster Linie wurde Gerste geschrotet, aus der man Gerstengrütze als erste Mahlzeit während der Heuzeit zubereitet wurde. Außerdem wurde Roggen zu Brotbacken gemahlen. Das Getreide mußten die Halligleute auf dem Festland oder auf Föhr kaufen. Peter Hansen betrieb die Mühle, um seinen Eigenbedarf zu decken. Sie war aber auch Nebenerwerb. Die Bauern kamen um dort Ihr Getreide mahlen zu lassen. Hansen verlangte dafür einen Teil des gemahlenen Getreides. In den letzten Jahren mahlte er auch aus Gefälligkeit.

"Der alte Halliggeselle des Windes aber steht nun wieder bei uns, und wenn er will, kann er seine Flügel drehen..."