Gemeinsamer Anteil der Bauern an Wiesen und Weideland sowie deren Bewirtschaftung. Die Flächen wurden in jedem Jahr nach einem komplizierten Verfahren neu zugewiesen. Die Allmende dauerte bis 1962 an.
Austernfischer
taubengroßer Wattvogel aus der Gruppe der Regenpfeifer
die linke Seite in Fahrtrichtung bei Booten und Schiffen. Durch eine rote Laterne gekennzeichnet. Rechte Seite Steuerbord.
Bake
festes Seezeichen zum Kennzeichnen der Fahrrinne.
Biikebrennen
friesisches Nationalfest, findet jedes Jahr am 21. Februar an der Nordseeküste und auf den Inseln und Halligen statt. Im Laufe des Jahres wird brennbares Strandgut gesammelt, zu einem großen Haufen aufgeschichtet und angezündet. Obenauf wird der "Peter" (Strohpuppe) befestigt und mitverbrannt. Anschließend findet ein gemütliches Grünkohlessen statt. Die Bedeutung des Biikebrennens wechselte mehrmals im Laufe der Jahrhunderte, geht auf heidnische Bräuche zurück, diente als Abschiedsfeier für die Seefahrer, sollte die Vertreibung des Winters symbolisieren und Gott Wotan gnädig stimmen.
Bilegger
Ofen, der von der Küche aus beheizt wird und andere Räume mit Wärme versorgt.
Blanker Hans
Spitzname für Sturmflut. "Blank" bedeutet "unter Wasser stehend", die Hallig läuft blank.
Boje
Eine Boje ist ein Körper, der auf der Wasseroberfläche schwimmt und auf nichtsichtbare Gefahren unter Wasser hinweist,
das Wiederfinden einer Position erleichtert oder zu anderen Zwecken eine Position markiert.
Bondestave
friesisch für Halligflieder; blüht im August/September lila.
Brackwasser
Gemisch aus Süß- und Salzwasser
Butwehl
außerhalb der Wehle, Teil der Hallig Langeneß, im Süden gelegen.
künstlich angelegtes großes, rundes, teichähnliches Becken in der Form eines umgekehrten Kegelstumpfes zum Auffangen und Speichern von Regen- und Schneewasser auf einer Warf für das Vieh. Bis 1964 auf Langeneß noch in Betrieb. Heute stehen Sie unter Denkmalschutz.
Feuerwehr
Auf Langeneß Freiwillge Feuerwehr seit 1948. Feuerwehrgerätehaus auf der Ketelswarf
Seemannsgericht; bestehend aus Pökelfleisch, Matjes, Kartoffeln, Zwiebel, Gurken; wird mit Spiegelei serviert
Lahnung
Dammbau aus Pfahlreihen, Faschinen und Feldsteinen, etwas über dem normalen Hochwasser; dient zur Landgewinnung und zum Schutze gegen die Flut.
Landunter
Überflutung der Hallig durch Meerwasser. Die Hallig "läuft blank"
Lee
die dem Wind abgekehrte Seite des Schiffes
- Luv
Leeg Water
niedriges Wasser
Leuchturm
Langeneß
an der Westseite der Hallig steht ein kleiner Leuchtturm aus dem Jahre 1902 Oland
1929 Backsteinbau mit der Besonderheit eines Reetdaches
Ley
Lei, Wattstrom, der zwei größere Verbindet
Lobsien
Wilhelm, 1872 - 1947 Heimatschriftsteller und Halligdichter. Schrieb u.a. Romane: "Der Halligpastor" und "Landunter". Ist auf dem Friedhof auf Oland bestattet.
Lore
urpr. zweiachsiger kippbarer Transportanhänger bei Schienenfahrzeugen, wurde auf Großbaustellen und im Bergbau verwendet.
Luv
die dem Wind zugekehrte Seite des Schiffes; anluven: den Bug des Schiffes in die Windrichtung drehen.
früher eigenständige Hallig; gehört heute zur Gemeinde Langeneß (im Westen gelegen)
Nost
Viehtränke auf Fennen (plattdeutsch)
Nothgras
von Noth, Nuat = Rind.
Flächenmaß auf den Halligen.
1 Nothgras = 1 ha = 4 Schafgras
Die Weidefläche, die zur Gräsung eines Stückes Hornvieh nötig war. Auf einen N. durften aber auch anstelle einer dreijährigen Kuh andere Tiere weiden. Demgemäß sprach man auch von Schafsgras, Kalbsgras oder Lammgras. Auf einem N. konnten gehalten werden:
- 1 Kuh oder
- 2 einjährige Kälber (Starken) oder
- 4 junge Kälber oder
- 4 Mutterschafe oder
- 8 Lämmer oder
- 1 Pferd
Die "gute Stube" in alten Friesenhäusern.Sie zeugt für die hohe Wohnkultur der Halligfriesen. Man kann daran ermessen, wie reiche Halligleute vor 250 Jahren lebten.
Petersen
Boye, geb. 1869 auf Langeneß war von 1902 bis 1909 Kapitän des Fünfmastvollschiffes "Preußen"der Firma F. Laeisz Hamburg "Museum Ketelswarf"
Pharisäer
Abgesandter, auch friesisches Nationalgetränk: 5 cl braunen Rum in die Tasse, 3 Teelöffel Zucker darin auflösen und mit heißem Kaffee auffüllen. Alles mit einer Sahnehaube abdecken.
Poller
starke, kurze, eiserne Pfeiler,am Kai und auf Schiffen zum festmachen durch Taue oder Tampen.
Porren
mundartlich für Krabben (Garnelen)
Pricke
besenartiges Seezeichen im flachen Wasser zum Teil aus Birken oder Tannenholz zum Kennzeichnen der Fahrrinne
Priel
Wasserlauf innerhalb einer Insel, Hallig oder im Wattenmeer.
kleine Gänseart mit dünnem weißen Halsring, die in Nordsibirien brüten und auf ihrem Zug in die Wintergebiete im Wattenmeer Rast machen.
Ringelganstage
auf einigen Halligen finden jedes Jahr im Mai die Ringelganstage statt. An diesen Tagen besteht die Möglichkeit, viele Informationen über diese interessanten Tiere zu erhalten
Rippen
furchenartige und wellenförmige Strukturen des Wattbodens und der Strände; durch fließendes Wasser , wellen und Wind hervorgerufen.
Rotermund
Elfriede 1884-1966, Halligdichterin. Sie lebte als Frau des Pastors 16 Jahre auf Hallig Oland
im Wattenmeer schwankt der Salzgehalt je nach Süßwasserzufuhr.Im Küstenbereich kann er im Winter bis auf 1,5% herabsinken, im Sommer liegt er bei 2,7 - 3,3% .Deshalb sind Watttiere in der Lage, starke Schwankungen im Salzgehalt zu ertragen.
Salzgras
salzliebende Salzpflanze
Salzsieden
Wirtschaftsepoche auf den Halligen und Inseln.Salz war Konservierungsmittel, besonders für Fische, ein außerordentliches Handelsobjekt. Es wurde salzhaltiger Torf abgetragen und verbrannt, die Asche ausgelaugt und wieder eingedampft. Es entstand Meersalz, das exportiert wurde. Ende des 18. Jahrhunderts endete das Salzsieden, als die Lüneburger Salinen entdeckt wurden.
Salzwiese
außendeichs aufwachsenes Grünland mit nur hier wachsenden und salzliebenden Gräsern und Pflanzen.
Sandbank
Sandanhäufung im flachen Meer.
Scheetel
rechteckige von einem niedrigen wallähnlichen Deich (10 - 20 cm hoch)umschlossene Kuhle am Rande der Warf zum Auffangen von Regenwasser. Diese wurde durch einen Grüppel in den Fething geleitet.Das Scheetelwasser floß nur in den Fething, wenn der Wasserstand es zuließ.
Schlick
vom Meer angeschwemmter Boden, der sich bei Ruhiger See im Wattenmeer ablagert.
Schutzraum
jedes Hallighaus erhielt nach dem großen Sturm 1962 einen Schutzraum. Er befindet sich im oberen Teil des Hauses und ist auf 4 m tief gerammten Betonpfählengebaut.
Schutzstation
hat sich die Betreuung und Behütung der Landschaft im Nordfriesischem Wattenmeer zu Aufgabe gemacht.. In vielen Stationen bietet Sie den Besucher u.a. naturkundliche Führungen durch Watt und Salzwiese, Vogelbeobachtungen u.v.m.
Schweinsrücken
Wattfläche westlich der Hallig Langeneß.
Seegras
Blütenpflanze, die im Wattenmeer wächst. Sie bildet Seegraswiesen, indem viele Kleintiere und Kleinfische leben. Sie ist Hauptnahrung der Ringelgans. Es gibt 2 Arten. Seegras wurde früher nach Trocknung als Polstermaterial für Möbel und Matratzen verwendet.
Seehund
an das Leben im Wattenmeer angepaßte Robbe.
Seehundsbank
Bezeichnung der den Inseln und Halligen seewärts vorgelagerten Sandriffe. Bei normalem Wasserstand liegen sie trocken und werden von den Seehunden zum sonnen genutzt. Von den nordfriesischen Häfen aus finden Ausflugsfahrten zu den Seehundsbänken statt.
Segellore
jetzt Motorlore; fuhr zunächst auf dem 1927 erbauten Damm zwischen Dagebüll und Oland, 1929 weiter nach Langeneß.
Sod
kreisrunder Brunnen zum Auffangen von Regenwasser. Wurde mit Rasensoden erbaut.
Springflut
Tide mit maximalem Tidenhub bei Voll und Neumond.
Ständer
beim Fachwerkhaus ins Mauerwerk eingelassene Eichenpfähle, die das Dach tragen.
Steuerbord
die rechte Seite des Schiffes in Fahrtrichtung, bei Dunkelheit, Nebel und schlechter Sicht durch eine grüne Laterne gekennzeichnet.
Stock
kleine schmale Holzbrücke mit einseitigem Geländer zur Überquerung eines Grabens oder eines Prieles auf den Halligen.
Strandflieder
Bondesstave. Blume in den Salzwiesen.
Stromversorgung
nach den Petroleumlampen erhielten die Halligen ab 1954 Strom durch ein im Wattenmeer verlegtes 20 Kv. Seekabel vom Festland.
Sturmflut
Naturereignis. Besonders hohe Flutberge. Wenn der Wind in der deutschen Bucht lange und stark aus Südwest weht, drückt er das Wasser an die Nordseeküste.Dreht er dann schnell auf West oder Nordwest, so treibt er noch mehr Wasser zusammen.Sturmfluten kommen am meisten im Herbst oder Frühjahr vor, wenn die Stürme am stärksten sind.
Sturmfluten
16.01.1362, erste große Mandstränke. Insel Strand entsteht. 100.000 Menschen ertranken, 7 Kirchspiele mit 50 Kirchen und zahlreiche Dörfer gingen unter.
11.10.1634,zweite große Mandstränke.Nordstrand zerstört, 6408 Menschen und 50.000 Stück Vieh ertranken. 1300 Häuser wurden zerstört und die Insel Strand wurde völlig zerrissen, Nordstrand Pellworm und Nordstrandischmoor blieben übrig. Es entstanden 50 Halligen, deren Namen nicht alle bekannt sind.
3./4.02.1825, Halligflut, die höchste, die bis dahin bekannte Sturmflut. Besonders betroffen waren die Halligen.Von 937 Bewohnern ertranken 74. Von 339 Hallighäusern wurden 79 vernichtet und 233 unbewohnbar.270 Menschen flüchteten nach Föhr , aufs Festland oder emigrierten nach Amerika
23.12.1894, mußte auf Langeneß die Alt- Peters-Warf geräumt werden.
16.02.1962, keine Menschenleben auf den Halligen zu beklagen. Von 117 Häusern wurden 11 zerstört und 84 erheblich beschädigt. Auf Nordstrand konnten die Außendeiche mit Mühe gehalten werde.
03.01.1976, Zweidrittel der Nordstrander Deiche wurden überspült. Der Elisabeth Sophien Koog wurde evakuiert.
Süderaue
Tiefwasserverbindung zwischen dem Hafen Schlüttsiel und den Halligen Langeneß , Hooge sowie Insel Amrum.
Wurt, Warb, Werf,Werft, Warf,( je nach niederdeutscher Sprachregion). Kommt vom Zeitwort "werfen" ,künstlich "aufgeworfene" Erdhügel.. In der Anfangszeit waren es niedrige Fluchthügel, etwa 2-3 m hoch.Die ersten derartigen Anlagen konnten auf das 3.Jh. v. Ch. datiert werden.Spater wurden die bis 7 m hohen Erdaufschüttungen zu Wohnhügeln ausgebautund dienen auf den Halligen zum Schutz gegen Sturmfluten. Die "neueren" Anlagen von Warfen begannen in der Zeit um Christi Geburt und wurden bis zur im 11. Jh. beginnenden Eindeichung der Marschen fortgeführt. Die jüngste Warf ist die Neupeterswarf auf Langeneß (1891-96 errichtet) , die größte mit 3 ha. ist die Hanswarf auf Hooge, sie beherbergt 15 Häuser.
Wassersporthäfen
befinden sich auf: Langeneß, Hooge, Pellworm, Nordstrand, Sylt, Föhr und Amrum.
Wasserversorgung
früher wurde Regenwasser in Zisternen und im Fething gesammelt. Ab 1964 erhielten die Halligen durch den Wasserbeschaffungsverband "Drei Harden" das Trinkwasser.
Wattwandern
bei günstigen Wetter- und Wasserbedingungen werden von verschiedenen Orten Wattwanderungen unternommen. Diese sollten aus Sicherheitsgründen ausschließlich unter fachkundiger Führung stattfinden.
Wattwurm
= Sandwurm.
Typisches Wattenmeertier. Ringelwurm, kommt hauptsächlich im Mischwatt vor, z.T.in großer Anzahl.Typisch die "Spagetti" Kothaufen und Freßtrichter.